Lena Katina auf "Morgen auf Kanal 5" (15.06.2012)


Triffst du dich mit deinen alten Klassenkameraden? Wie fühlst du dich bei solchen Treffen? Was passiert dort?

Wisst ihr, ich fühle mich großartig bei Treffen mit meinen Klassenkameraden, aber unglücklicherweise haben diese in letzter Zeit immer weniger stattgefunden. Sie haben Familien, Kinder und Jobs. Allerdings, wenn wir uns mal alle zusammen treffen, dann verbringen wir die Zeit ebenfalls mit unseren ehemaligen Lehrern, laden sie in ein Restaurant ein, essen und erinnern uns.

Wie sehen dich deine Klassenkameraden? Als Star oder nur als die Lena aus ihrer Klasse?

Es kommt drauf an. Ich habe eine großartige Beziehung zu meinen zwei besten Freundinnen entwickelt, wir sind eine tolle Gruppe, die beiden und ein paar andere Leute. Wir reden noch miteinander, zwar weniger als wir es während unserer Schulzeit getan haben, aber wir versuchen, uns zu treffen, uns gegenseitig anzurufen. Ich bin immer noch Katina für einige Leute, andere sagen "Ooh" und "Aah", wenn sie mich sehen. Meine Lehrer sind gleich geblieben, sie behandeln mich nicht anders, nur weil ich berühmt geworden bin.

Warst du ruhiger in der Schule oder hast du D's für dein Betragen bekommen?

Nein, ich bekam keine D's, aber man kann mich nicht gerade als ruhig bezeichnen. Wenn der Lehrer sprach, habe ich oft Gedichte geschrieben oder mich mit jemanden unterhalten. Es war immer lustig. Wenn sich jemand auf eine Prüfung vorbereitet hat und machte sich Sorgen, dann sagte ich: "Was soll's, dann bekommst du halt eine schlechte Note. Das ist nicht das Ende der Welt".

Nutzt du soziale Netzwerke?

Ich habe vor 3 Jahren angefangen, sie zu nutzen … meistens zum Arbeiten. Ich bin kein Computermensch, ich benutze den Computer nur, wenn ich etwas nachgucke. Aber seit ich in den USA lebe, nutze ich ihn zum Kommunizieren, besonders mit Leuten in Russland.

Was wolltest du werden, als du klein warst? Hast du davon geträumt, Star oder Sängerin zu werden? Und jetzt, wenn du Leute von früher triffst, sagen sie: "Oh, wir wussten, dass du berühmt werden würdest"?

Mein erster Lehrer sagte mir immer, dass ich kreativ wäre und diesen Weg einschlagen würde. Wenn ich in der Schule träumte, wollte ich immer Sängerin werden, ich war ja dann auch in Gruppen wie Neposedi und Avenue. Irgendwann wollte ich Makeup Artist werden und dann wollte ich mit Drogensüchtigen in einem REHA-Center arbeiten. Aber ich habe immer gesungen und mein Leben hat diese Richtung eingeschlagen, ich singe immer noch.

Was wirst du in 20 Jahren tun? Mit wem wirst du reden, wo wirst du arbeiten? Kannst du dir all das vorstellen?

Diese Frage schreckt mich ab. Ich weiß es nicht, weil langfristige Ziele führen in meinen Augen dazu, dass man enttäuscht wird, wenn irgendwas nicht so verläuft, wie man es geplant hat. Ich versuche lieber, kurzfristige Pläne zu machen, aber ich möchte alle wichtigen Menschen, meine besten Freunde, Klassenkameraden und meine Familie um mich herum haben und ich möchte irgendwann Mutter sein.

Du kommunizierst immer noch mit Klassenkameraden. Warum entscheidest du dich dafür, mit ihnen zu reden, wo es doch in der Vergangenheit liegt. Ist es eine Art Nostalgie oder ist zu wenig Zeit vergangen? Oder bist du ein Mensch, der alles Gute, das ihm im Leben widerfahren ist, mit sich trägt, der sich dafür entscheidet, diese Erinnerungen mit sich zu tragen?

Ich kann nicht sagen, dass ich einen starken Wunsch verspüre, jeden zu sehen, mit dem ich zur Schule gegangen bin, aber die, die ich als meine Freunde betrachte, die, die ich liebe und schätze, das ist kein großer Kreis, die möchte ich schon um mich haben für den Rest meines Lebens … wir erinnern uns nicht nur an die Schule, sondern vor allem, was wir nach der Schule Interessantes getan haben. Es ist ja nicht so, dass wir nur in unsere Ferienhäuser gingen, um uns zu betrinken.